There is no border

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There is no border, there is no border, there is no border,
no border, no border,  no border,
I wish*
1. September – 14. Oktober 2007
 
 
LeseRAUM / Raum 5 << | >>
 
Bunting MW

Heath Bunting, BorderXing, 2007

MW Democratic Movement (Monika Marklinger und Johan Waerndt), The Politics of Colour, 2007
 
  Heath Bunting
BorderXing Guide
, 2002/2003/2007                

Für das Ausstellungsprojekt There is no border... hat sich Heath Bunting die (Schengen)-Grenze zwischen Ungarn und Österreich für sein Projekt BorderXing (Border Crossing) vorgenommen, seine als „Spaziergänge“ bezeichneten geheimen Grenzübertritte, die der Künstler im Lauf der letzten Jahre durchgeführt hat. Eine Wegkarte und eine Serie von Fotos belegen seinen „Spaziergang“ vom ungarischen Körmed nach Güssing im Burgenland.

Die Website BorderXing Guide besteht aus Dokumentationen von Border Crossings. Die einzelnen Grenzüberschreitungen werden von ihm genau beschrieben, Routen, Kleidung, Equipment und praktische Tipps angeführt. Buntings Konzept ist die Erstellung und Veröffentlichung eines Guides für Grenzüberquerungen in Europa ohne Pass und Visum. Die Arbeit macht somit auch sichtbar, wie Regierungen und die dazu gehörigen Bürokratien Bewegungen zwischen den Grenzen einschränken.

Heath Bunting beschäftigt sich seit den 1980er Jahren mit offenen/demokratischen Kommunikationssystemen. Er realisierte zahlreiche Performances und Projekte mit Piratenradiosendern, Fax/Mail Art und Graffiti. Seit den 1990er Jahren arbeitet er vor allem an Internet-Projekten. 1995 entwickelte Bunting den Server irational.org, der eine Übersicht über sämtliche Projekte bietet. Auf diesem Server befindet sich auch die Dokumentation seiner illegalen Grenzüberschreitungen. [http://www.irational.org/heath/borderxing/home.html]

Die Ironie des Projektes BorderXing Guide liegt schließlich in der Einschränkung, die Bunting für die Veröffentlichung dieser Daten getroffen hat. Denn die BorderXing Guide-Website ist nicht für jede/n zugänglich. Befragt zu den Kriterien der Zulassung zu seiner Website meint Bunting: „Countries which are normally difficult to enter get blocked apart from specifically listed locations, countries which are more welcoming get free access. It’s a simple ironic reversal.“* So wird auch das Internet zu einem Raum mit klar definierten Grenzen.

* Anna Blount, Border & Identitity. A Discourse on Selected Works by Heath Bunting, 2003, http://www.irational.org/irational/media/borders_identity.html
 
  MW Democratic Movement (Monika Marklinger und Johan Waerndt)
The Politics of Colour
, 2007

The Politics of Colour nimmt seinen Ausgangspunkt in der Entwicklung der Farbfernsehsysteme in den 1950er und 1960er Jahren. Statt zusammenzuarbeiten, beschloss man in dieser Zeit, drei verschiedene Farbfernsehsysteme zu entwickeln – PAL, NTSC bzw. SECAM –, deren Verbreitungsgebiete sowohl die Vormachtstellungen wie auch die verschiedenen kolonialen Interessen der Supermächte deutlich zum Vorschein bringen; unsichtbare Reviermarkierungen, die heute noch eine Realität ausmachen.

Auf den neun kleinen Monitoren kann man zwei verschiedene Karten von Fernsehsystemen sehen. Eine ist von 1986, vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Die andere ist von 2006. Die den jeweiligen Systemen entsprechenden Monitore zeigen wie sich die unterschiedlichen Signale (PAL, NTSC, SECAM) auf den verschiedenen Monitoren bzw. Farbfernsehsystemen darstellen.

Daneben wird die Rekonstruktion einer Rede von Erik Esping projiziert, Vorsitzender der Fernsehgruppe der CCIR (Comité Consultatif International des Radiocommunication), das Beratenungsorgan für internationale Telekommunikations-Standards. Die Rede wurde 1966, drei Monate vor der endgültigen Entscheidung der Aufteilung der Farbfernsehsysteme gehalten.

Auf dem großen Monitor wird eine kurze Dokumentation gezeigt, die sich mit dem komplizierten Prozess der Standardisierung der Fernsehsysteme während der 1950er und 1960er Jahre auseinandersetzt.
 
 
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